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Marktentwicklung

dies und das halt.

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Marktentwicklung

Beitragvon Lukas » 01.03.2019, 09:13

Eigentlich schreibe ich hier nur, damit Philipp nach einem vollen Monat an der Spitze der Threadliste mal dort wieder wegkommt.

Darüber, dass früher alles besser war wurde ja schon oft diskutiert. Ich denke, dass das zum Teil sicher stimmt, allerdings gibt es da in meiner subjektiven Wahrnehmung verschiedene "Früher" und je nachdem welches ich anschaue waren gewisse Sachen besser oder eben nicht.

Ich befasse mich jetzt seit gut 25 Jahren mit Whisky. In den ersten Jahren war aus Schweizer Sicht sicher nicht alles besser, sondern viel schlechter. Man bekam schlicht kaum Singelemaltwhiskies. An Unabhängigen konnte man mal mit Glück auf etwas von G&M stossen. Für Fassstärke musste man nach Schottland reisen, um einen Cadenheadsshop aufzusuchen. Jetzt rückblickend füllte Candenheads in dieser Zeit auch nicht sehr konstante Qualität ab. Etwas später kam dann Signatory dazu, die ich jeweils in meinen Ferien in Holland und dann bei Martell in St.Gallen fand. Richtig alte Sachen in Fassstärke habe ich von damals kaum in Erinnering oder sie waren weit ausserhalb meiner Kaufkraft.

Für mich ein grosser Schritt war es, als Ende der 90er Jahre Old Malt Cask von Douglas Laing auf den Markt kam. Da kamen dann meine auch noch heutigen Lieblingswhiskies (Brora und Ardbeg aus den frühen 70ern) und auch deutlich über 30jährige Sachen, die nicht auf 40% runterverdünnt waren. Als dann auch noch Duncan Taylor mit richtig alten Sachen in Fasstärke zu sehr vernünftigen Preisen dazukam, war das wohl qualitativ insgesamt die beste Zeit, die ich im Whiskybereich erlebt habe.

Danach kam die Zeit der Whiskyagency mit all ihren verbundenend Abfüllern. Da kammen auf einmal extrem tolle, alte Abfüllungen zu sehr tiefen Preisen auf den Markt. Acla hatte damals x über 35jährige Einzelfässer in Topqualität und kaum eine kratzte an der 200-Frankengrenze. All die 76er Tomatins, 70er Glenkeiths, Lochsides, frühen Iren etc. Das war für mich wohl die preisleistungsmässig beste Zeit.

In den letzten Jahren wurden generell die Abfüllungen im Schnitt jünger und die Preise höher. Aber es gibt immer noch Perlen zu vernünftigen Preisen zu entdecken. Ab und zu ist es einfach überraschend, wie lange es geht bis die wirklich entdeckt werden.

Das ist meine völlig subjektive Wharnehmung dieser Entwicklung. Wie habt ihr das erlebt, welche Abfüller oder Abfüllungen haben Euch geprägt?

PS: Und eben, eigentlich geht es nur darum, dass Philipp nicht mehr zuoberst steht.
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Re: Marktentwicklung

Beitragvon Babu » 01.03.2019, 12:30

kein schlechter Beitrag nur für "einen Tronwegschieber".
Wrd mir da auch mal Gedanken machen wie es so mit meiner Whiskybiografie aussieht. So lange bin ich aber definitiv nicht dabei wie du.
Meld mich dann wieder wenn ich mehr weiss :mrgreen: :mrgreen:
Übrigend mein erster ernstzunehmender Dram war ein Laga 16...de nach dem ersten Schluck lange in einer Ecke herumstand...
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Re: Marktentwicklung

Beitragvon barrelproof » 01.03.2019, 21:30

schöner Rückblick Lukas,

die erwähnten Highlights (70er Broras/Ardbegs) durfte ich auch kennen lernen, vielen Dank dafür:-). Kauftechnisch war das leider für mich grad so knapp vor meiner Zeit. Der eine Ardbeg 75 OMC hat mir Ed Belser noch für 250 Stutz angeboten aber das war mir damals einfach zu teuer :oops: ..Dafür habe ich die Whisky Agency Phase voll mitbekommen, das war einfach eine geile Zeit. Natürlich hätte ich mehr kaufen sollen/müssen aber gemessen am Einkommen habe ich schon gröber was ausgegeben und hatte/habe/werde daran viel Freude an den Flaschen haben.

Es gibt natürlich immer noch was gutes hie und da zu entdecken. Aber man muss viel intensiver suchen und im Vergleich zu früher werden die Sachen immer relativ teuer sein. Mein letztes richtiges Highlight liegt jetzt gut ein ganzes Jahr zurück. Das war dieser 95er Glenburgie von Signatory für Maltbarn für knapp 160.-, der war klasse. Auf dem Whiskyschiff Lozärn konnte ich noch den rauchigen Benriach finden für ca. 120 Stutz der doch viele im Forum (Kalender) überzeugt hat. Schlussendlich kaufe ich jetzt viel weniger Whiskies weil einfach das Preis/Leistung Verhältnis nicht mehr zum Bunkern einlädt.

Trotzdem bleib ich diesem wunderbaren Getränk treu und freue mich aufs Whiskyschiff Luzern mit den bekannten Gesichtern und was auch noch alles whiskytechnische im 2019 kommen mag...

slainthé

Michi
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Re: Marktentwicklung

Beitragvon dieb » 03.03.2019, 18:12

Danke Lukas für diese Zusammenfassung.
Leider habe ich die erste Phase irgendwie verpasst, obwohl ich damals bereits in der Szene unterwegs war. Ich weiss noch, als mich auf dem Whiskyschiff Zürich die Grüne Wand vor lauter DL-Abfüllungen erschlagen hat. Leider habe ich damals wohl nicht die richtigen Flaschen zur Degu ausgewählt (oder die Beratung war mies ;-))
Aber nachher konnte ich mitmachen!
Jetzt ist es so, dass ich zum Glück nicht mehr allen Blödsinn mitmachen muss. Ich bin einfach nicht bereit, Jahr für Jahr mehr für immer jüngeren Whisky auszugeben. Und die richtig alten sind meistens preislich sowieso jenseits.
Natürlich stelle ich auch fest, dass die jungen Whiskies z.T. (vielleicht sogar oft) gut sind. Aber ich stelle auch fest, dass sie irgendwie schnell gereift sind und dass ihnen das gewisse Etwas fehlt. Auch stelle ich fest, dass mittlerweile New Make Noten nicht mehr als New Make Noten wahrgenommen werden, sondern zum Profil einzelner Abfüllungen gehört.
Darum halte ich es wie Lukas: Man findet immer wieder einmal eine Perle, die zu einem ganz vernünftigen Preis erhältlich ist. Man muss einfach ständig offen sein für Neues.
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Re: Marktentwicklung

Beitragvon Ardmore » 04.03.2019, 11:15

Wenn ich Berichte über Whisky in der Schweiz in den 80-ern und 90-ern lese, denke ich immer wieder, dass ich damals irgendwie in einer anderen Schweiz gelebt habe. Ich habe 1987 mit Whisky angefangen und damals gab es in der Schweiz schon mehrere Geschäfte mit einer doch guten Auswahl an Single Malts wie den oben erwähnten Martel in SG aber auch Baur au Lac und Gentner Weine in ZH. Die hatten alle schon Ende 80-er 50 oder mehr Single Malts im Angebot, davon über die Hälfte von Gordon and MacPhails (Importeur: Jaques Szmulovsky), aber auch diverse Distillery Bottlings von Macallan, Springbank, Auchentoshan etc. Diese wurden zum Teil von den Weinhändlern selbst importiert, teilweise von Importfirmen, die heute kaum jemand mehr kennt. Und fast alle Abfüllungen waren sehr gut. Und es gab auch schon Abfüllungen specially selected z.B. für Baur au Lac wie etwa ein 67-er Glenglassaugh oder ein 70-er Port Ellen – wunderbare Erinnerungen vergangener Genüsse. Daneben gab es noch einige Geschäfte mit einem etwas kleineren Angebot wie etwa diverse Drogerien. Ja, es waren kaum Cask Strengths darunter, aber dies vermisste ich damals auch gar nicht, und wenn man mit Personen spricht, die damals schon Single Malts verkauften, erzählen die, dass alle CS damals Ladenhüter waren. Es gab schlicht und einfach noch keinen Markt für CS.
Anfang 90-er wurde die Versorgung dann noch besser, als Martel anfing Signatory und Granchateaux Cadenhead, Duthies und MacArthur zu importieren, und damit startete auch der CS richtig. Diese mussten aber unter 56% sein, da es damals ein Gesetz in CH gab, welches Schnaps über 56% verbot – genau kann ich mich nicht mehr an dieses Gesetz erinnern und es wurde auch in der 2-te Hälfte der 90-er aufgehoben. Ich habe noch einiges zu Hause aus dieser Zeit rumstehen und freue mich immer wieder einmal, etwas davon zu geniessen.
Aus meiner Sicht war also schon in den 80ern und frühen 90ern das Angebot in der Schweiz sehr gut, das Problem war damals mehr, ob man die richtigen Geschäfte kannte und die Möglichkeit hatte, dort einzukaufen. Da war ich in einer guten Situation, da meine Eltern (und offiziell auch ich) in SG wohnten, ich aber in ZH studierte und meine Schwester in Bern wohnte.
Das Problem mit den richtigen Geschäften zu kennen änderte sich dann Ende 90-er mit dem Internet und den Whiskymessen. Dies führte in der Schweiz dazu, dass die alten Anbieter (sowohl Importeure als auch die oben genannten Läden) aus dem Whiskymarkt verschwanden und durch neue ersetzt wurden. Sowie bezüglich Whiskyanbieter wurde ein Boom von neuen Bottlern, vielfach alte Whiskybroker, auftraten. Diese brachten am Anfang sehr gute Bottlings auf den Markt (Douglas Laing, Hart Brothers, Duncan Taylor etc.) um sich einen Namen aufzubauen.
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